milkee logo 

Umlaufvermögen

von Nicolas Haemmerli · 14.08.2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Das Umlaufvermögen umfasst alle Vermögenswerte, die sich normalerweise innerhalb eines Jahres in Geld verwandeln, verbraucht oder verkauft werden.

  • Dazu gehören flüssige Mittel, Wertschriften, Forderungen und Vorräte sowie die aktive Rechnungsabgrenzung. Es steht auf der Aktivseite der Bilanz.

  • Geordnet wird es nach Liquidität, also danach, wie schnell aus einem Posten Geld wird. Zuoberst stehen die flüssigen Mittel, zuunterst die weniger flüssigen Vorräte.

  • Das Gegenstück ist das Anlagevermögen, das langfristig im Unternehmen bleibt. Die gesetzliche Grundlage liefert Art. 959 OR.

Wenn du in eine Bilanz schaust, teilt sich die linke Seite in zwei Blöcke: das Umlaufvermögen und das Anlagevermögen. Das Umlaufvermögen ist der Teil, der ständig in Bewegung ist, also Geld, Forderungen und Vorräte. Schauen wir uns an, was genau dazugehört, wie es geordnet ist und warum es für deine Liquidität so wichtig ist.

Das Umlaufvermögen ist der Teil deines Vermögens, der ständig in Bewegung ist. Es umfasst alle Werte, die sich normalerweise innerhalb eines Jahres in Geld verwandeln, verbraucht oder verkauft werden, also Geld, Forderungen und Vorräte. In der Bilanz steht es zuoberst auf der Aktivseite.

Was ist das Umlaufvermögen?

Der Name sagt es eigentlich schon: Das Umlaufvermögen ist das Vermögen, das im Unternehmen umläuft. Du kaufst Material, machst daraus ein Produkt, verkaufst es auf Rechnung, bekommst das Geld und kaufst neues Material. Dieser Kreislauf dreht sich laufend, und die Werte darin sind eben nicht dazu gedacht, für immer im Unternehmen zu bleiben.

Das ist auch der zentrale Unterschied zum Anlagevermögen. Das Anlagevermögen dient dem Betrieb über Jahre, etwa eine Maschine oder ein Firmenauto. Das Umlaufvermögen dagegen ist kurzfristig: Es wird in der Regel innerhalb eines Jahres zu Geld. Beide zusammen bilden die Aktivseite der Bilanz, also alles, was dein Unternehmen besitzt.

Was gehört zum Umlaufvermögen?

Das Umlaufvermögen besteht aus mehreren Gruppen. Von sehr flüssig bis etwas weniger flüssig sind das:

  • Flüssige Mittel: Bargeld in der Kasse und Guthaben auf deinen Bankkonten. Liquider geht es nicht.

  • Kurzfristig gehaltene Wertschriften: Aktien oder andere Papiere mit einem Börsenkurs, die du rasch verkaufen könntest.

  • Forderungen: das Geld, das dir Kundinnen noch schulden, also deine Debitoren, sowie übrige kurzfristige Forderungen.

  • Vorräte: Warenlager, Rohstoffe und noch nicht fakturierte Dienstleistungen.

  • Aktive Rechnungsabgrenzung: im Voraus bezahlter Aufwand, der ins nächste Jahr gehört.

Was zum Umlaufvermögen gehört, nach Liquidität geordnet: flüssige Mittel, Wertschriften, Forderungen, Vorräte und aktive Rechnungsabgrenzung mit den Kontenklassen 10 bis 13

Ein grosser Teil dieser Posten sind deine Debitoren und, ganz am Ende der Liste, die transitorischen Aktiven. Im Schweizer KMU-Kontenplan findest du das Umlaufvermögen in den Kontengruppen 10 bis 13.

Geordnet nach Liquidität

Das Umlaufvermögen wird nicht wild aufgelistet, sondern nach Liquidität sortiert. Liquidität heisst, wie schnell aus einem Posten Geld wird. Zuoberst stehen deshalb die flüssigen Mittel, denn liquider als Bargeld geht es nicht. Danach folgen Wertschriften, Forderungen und zuletzt die Vorräte, die erst noch verkauft werden müssen.

Diese Reihenfolge ist kein Zufall, sondern in der Mindestgliederung nach Art. 959a OR vorgeschrieben. Sie sorgt dafür, dass jede Bilanz gleich aufgebaut ist und man auf einen Blick sieht, wie schnell ein Unternehmen an flüssige Mittel käme.

Wo das Umlaufvermögen in der Bilanz steht

In der Bilanz steht das Umlaufvermögen links, auf der Aktivseite, und dort zuoberst. Direkt darunter folgt das Anlagevermögen. Auf der rechten Seite, den Passiven, steht, wie dieses Vermögen finanziert ist. Wie Aktiven und Passiven zusammenspielen, liest du im Beitrag zu Bilanz und Erfolgsrechnung.

Das Umlaufvermögen in der Bilanz: Es steht zuoberst auf der Aktivseite, darunter das Anlagevermögen, rechts stehen die Passiven

Der Grund für diese Anordnung ist wieder die Liquidität: Die Aktivseite geht von oben nach unten von sehr flüssig zu wenig flüssig. Das Umlaufvermögen ist der flüssige Teil, das Anlagevermögen der gebundene.

Warum das Umlaufvermögen zählt

Das Umlaufvermögen ist ein wichtiger Gradmesser für deine Zahlungsfähigkeit. Es sind die Mittel, mit denen du deine kurzfristigen Rechnungen begleichst. Stehen dem Umlaufvermögen deutlich weniger kurzfristige Schulden gegenüber, ist das ein gutes Zeichen: Du kannst deine laufenden Verpflichtungen problemlos decken.

Ein sehr hohes Umlaufvermögen ist allerdings nicht automatisch gut. Viel Geld in Vorräten oder in offenen Forderungen bindet Kapital, das du nicht nutzen kannst. Wer zum Beispiel die Debitoren konsequent bewirtschaftet, verwandelt Forderungen schneller in flüssige Mittel und verbessert so seine Liquidität.

Umlaufvermögen in MILKEE

Du musst dein Umlaufvermögen nicht von Hand zusammenrechnen. Mit einer Buchhaltungssoftware für die Schweiz wie MILKEE ergeben sich die flüssigen Mittel, Forderungen und übrigen Positionen automatisch aus deinen Buchungen und erscheinen korrekt in der Bilanz.

So siehst du jederzeit, wie viel kurzfristig verfügbares Vermögen dein Unternehmen hat, ohne selbst Konten zusammensuchen zu müssen. Gerade die offenen Forderungen behältst du damit im Blick und weisst, wo noch Geld auf dich wartet.

Fazit

Das Umlaufvermögen umfasst die kurzfristigen Vermögenswerte deines Unternehmens: flüssige Mittel, Wertschriften, Forderungen, Vorräte und die aktive Rechnungsabgrenzung. Es steht zuoberst auf der Aktivseite der Bilanz, geordnet nach Liquidität, und ist das Gegenstück zum langfristigen Anlagevermögen.

Weil es zeigt, wie schnell du an Geld kommst, ist das Umlaufvermögen ein zentraler Baustein deiner Liquidität. Wer es im Blick behält und seine Forderungen aktiv bewirtschaftet, bleibt zahlungsfähig und behält die Kontrolle über die eigenen Finanzen.

Häufige Fragen