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Offenposten Buchhaltung

von Nicolas Haemmerli · 30.07.2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Offenposten-Buchhaltung (kurz OPOS) führt jede einzelne Rechnung als eigenen «offenen Posten», bis sie durch eine Zahlung ausgeglichen ist.

  • Ein offener Posten ist eine noch nicht bezahlte Rechnung, entweder eine deiner Kundenrechnungen oder eine Lieferantenrechnung, die du noch begleichen musst.

  • Der Nutzen: Du siehst jederzeit, wer dir noch Geld schuldet und was du selbst noch zahlen musst. Das ist die Grundlage fürs Mahnen und für deine Liquidität.

  • OPOS ist keine gesetzliche Pflicht, sondern eine Arbeitsweise. Sie hilft dir aber, die Nachvollziehbarkeit nach Art. 957a OR sauber einzuhalten.

Kennst du das? Du hast in den letzten Wochen ein Dutzend Rechnungen rausgeschickt und weisst trotzdem nicht mehr genau, wer davon schon bezahlt hat und wer nicht. Genau hier kommt die Offenposten-Buchhaltung ins Spiel. Schauen wir uns an, was dahintersteckt und warum sie dir den Überblick über dein Geld zurückgibt.

Die Offenposten-Buchhaltung, oft einfach OPOS genannt, ist eine Arbeitsweise, bei der du jede Rechnung einzeln verfolgst, bis sie bezahlt ist. Klingt erst mal technisch, ist im Alltag aber genau das, was dir sagt, wer dir noch Geld schuldet und was du selber noch zahlen musst.

Was ist die Offenposten-Buchhaltung?

Fangen wir beim offenen Posten an. Ein offener Posten ist schlicht eine Rechnung, die noch nicht ausgeglichen ist. Bei der Offenposten-Buchhaltung bleibt jede einzelne dieser Rechnungen als eigener Eintrag stehen, bis die passende Zahlung eintrifft. Erst dann verschwindet der Posten von der Liste.

Der Clou dabei: Du siehst nicht nur einen einzigen Gesamtbetrag, sondern jede offene Rechnung einzeln, mit Datum, Betrag und Fälligkeit. Statt «meine Kundinnen schulden mir irgendwie 8000 Franken» weisst du genau, welche fünf Rechnungen das sind und welche davon schon überfällig ist. Genau diese Detailsicht macht OPOS so nützlich.

Wie ein offener Posten entsteht und wieder verschwindet

Ein offener Posten hat einen ziemlich geradlinigen Lebenslauf. Er entsteht in dem Moment, in dem du eine Rechnung stellst, also bei der Fakturierung. Ab diesem Zeitpunkt steht die Rechnung als offener Posten in deiner Liste und gleichzeitig als Debitor in deiner Buchhaltung.

Bezahlt die Kundin, ordnest du die Zahlung dem richtigen Posten zu, und der gilt als ausgeglichen. Manchmal weicht der bezahlte Betrag ein bisschen ab, etwa weil deine Kundin einen Skonto abgezogen hat. Auch dann wird der Posten sauber zugeordnet und geschlossen. Wichtig ist einfach: Jeder Posten wird gezielt mit seiner Zahlung verheiratet, nicht einfach im grossen Topf verrechnet.

Der Lebenszyklus in der Offenposten-Buchhaltung: Aus einer gestellten Rechnung wird ein offener Posten, der bei Zahlungseingang zugeordnet und ausgeglichen wird

Offene Posten auf beiden Seiten

Jetzt ein Punkt, der oft untergeht: Offene Posten gibt es nicht nur bei deinen Kundenrechnungen. Es gibt sie auf beiden Seiten deiner Buchhaltung.

Auf der einen Seite stehen die Debitoren-Offenposten, also Rechnungen, die du gestellt hast und auf deren Zahlung du noch wartest. Auf der anderen Seite stehen die Kreditoren-Offenposten, also Lieferantenrechnungen, die du erhalten, aber noch nicht bezahlt hast. Die einen sagen dir, welches Geld noch reinkommt, die anderen, welches Geld noch rausgeht. Zusammen ergeben sie ein ehrliches Bild deiner Liquidität.

Offene Posten in der Offenposten-Buchhaltung auf beiden Seiten: Debitoren-Offenposten sind unbezahlte Kundenrechnungen, Kreditoren-Offenposten sind unbezahlte Lieferantenrechnungen

Warum sich das lohnt

Der grösste Gewinn ist der Überblick. Du siehst auf einen Blick, wer dir noch Geld schuldet und welche Rechnung schon zu lange offen ist. Damit hast du die perfekte Grundlage, um gezielt nachzuhaken. Wie du das freundlich und trotzdem bestimmt machst, zeigen wir dir im Beitrag zum Mahnung schreiben.

Dazu kommt die Planung. Wenn du weisst, welche Beträge in den nächsten Wochen reinkommen und welche du selbst zahlen musst, kannst du deine Liquidität viel ruhiger steuern. Für mich persönlich war das immer der Punkt, an dem Buchhaltung vom lästigen Pflichtteil zum echten Werkzeug wurde: nicht die Vergangenheit abhaken, sondern wissen, was als Nächstes auf dem Konto passiert.

Offenposten- oder Saldo-Sicht?

Zur Einordnung ein kurzer Vergleich. Bei einer reinen Saldo-Sicht siehst du nur den Gesamtbetrag: «Debitoren total 8000 Franken». Das ist nicht falsch, aber es hilft dir wenig, wenn du wissen willst, wen du mahnen musst.

Die Offenposten-Sicht schlüsselt diesen Betrag auf: Welche einzelnen Rechnungen stecken dahinter, wann waren sie fällig, welche ist überfällig? Klingt nach mehr Arbeit, ist es dank Software aber nicht. Und der Unterschied im Alltag ist riesig, weil du plötzlich handeln kannst statt nur zuzuschauen.

Offenposten-Buchhaltung in MILKEE

Die gute Nachricht: Du musst offene Posten nicht von Hand in einer Liste nachführen. Wenn du deine Buchhaltung in MILKEE führst, entsteht mit jeder Rechnung automatisch ein offener Posten, und beim Zahlungseingang wird er zugeordnet und geschlossen.

So behältst du deine offenen Rechnungen im Blick, siehst sofort, was überfällig ist, und kannst direkt mahnen. Kein separates Excel, kein Zettelchaos, einfach eine Liste, die immer stimmt.

Fazit

Die Offenposten-Buchhaltung führt jede Rechnung einzeln, bis sie bezahlt ist. So weisst du jederzeit, welche Kundenrechnungen noch offen sind und welche Lieferantenrechnungen du noch begleichen musst, statt nur einen anonymen Gesamtsaldo zu sehen.

Pflicht ist die Methode nicht, aber sie macht dir das Leben leichter: besserer Überblick, gezieltes Mahnen und eine ruhigere Liquiditätsplanung. Kurz gesagt, OPOS ist der Unterschied zwischen «irgendwie schulden mir alle Geld» und «ich weiss genau, wer, wie viel und bis wann».

Häufige Fragen