milkee logo 

Skonto

von Nicolas Haemmerli · 20.07.2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Skonto ist ein prozentualer Abzug vom Rechnungsbetrag, den die Kundin abziehen darf, wenn sie innerhalb einer kurzen Frist bezahlt, typisch 2 Prozent innert 10 Tagen.

  • Er entsteht, sobald die Zahlung innert der Skontofrist erfolgt. Der Verkäufer erhält dann weniger, der Käufer bezahlt weniger als den vollen Rechnungsbetrag.

  • Verwendet wird Skonto als Anreiz für rasche Zahlung und zur Senkung des Zahlungsausfallrisikos. Für die zahlende Seite ist er meist günstiger als jeder Kredit.

  • Mehrwertsteuerlich ist Skonto eine Entgeltsminderung (Art. 41 MWSTG): Die geschuldete MWST reduziert sich entsprechend, deklariert wird sie in Ziffer 235. Der Normalsatz beträgt 8,1 Prozent.

Auf vielen Rechnungen steht ein Satz wie «2 Prozent Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen, 30 Tage netto». Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung, den du deinen Kunden gewähren oder bei deinen Lieferanten nutzen kannst. Hier erfährst du, wie Skonto funktioniert, wie du ihn korrekt verbuchst und warum er sich fast immer lohnt.

Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung. Wer eine Rechnung innerhalb einer kurzen Frist begleicht, darf einen kleinen Prozentsatz vom Betrag abziehen. Für den Verkäufer ist Skonto ein Anreiz, damit das Geld rasch eingeht, für den Käufer eine günstige Gelegenheit, Kosten zu sparen.

Was ist Skonto?

Skonto ist ein Abzug in Prozent, den die zahlende Seite vom Rechnungsbetrag vornehmen darf, wenn sie innert einer bestimmten Frist bezahlt. Die Bedingungen stehen als Zahlungskondition auf der Rechnung, etwa «2 Prozent Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen, 30 Tage netto».

Diese Angabe hat drei Bestandteile: den Skontosatz (die 2 Prozent), die Skontofrist (die 10 Tage, in denen der Abzug erlaubt ist) und die Nettofrist (die 30 Tage, in denen spätestens der volle Betrag fällig ist). Zahlt die Kundin am elften Tag, ist der Skonto verfallen und sie schuldet den ganzen Betrag.

Aufbau einer Skonto-Kondition am Beispiel «2 Prozent Skonto, 10 Tage, 30 netto»: Der Skontosatz von 2 Prozent gilt innerhalb der Skontofrist von 10 Tagen. Danach ist bis zum Ende der Nettofrist von 30 Tagen der volle Rechnungsbetrag ohne Skonto fällig.

Wozu dient Skonto?

Für den Verkäufer ist Skonto ein Steuerungsinstrument. Er bekommt sein Geld schneller, verbessert seine Liquidität und senkt das Risiko, dass eine Forderung ganz ausfällt. Der Nachlass ist der Preis, den er dafür bezahlt.

Für den Käufer ist Skonto in aller Regel ein gutes Geschäft. Der Verzicht auf ein paar Wochen Zahlungsziel gegen 2 Prozent Nachlass entspricht einer sehr hohen Verzinsung. Wer flüssig ist oder einen günstigeren Kredit hat, sollte Skonto darum fast immer nutzen.

Unterschied Skonto oder Rabatt?

Skonto und Rabatt werden oft in einen Topf geworfen, weil beide den Preis senken. Der Unterschied liegt im Grund für den Nachlass. Ein Rabatt wird unabhängig vom Zahlungszeitpunkt gewährt, etwa als Mengenrabatt, Treuerabatt oder Aktionspreis. Skonto hängt dagegen allein davon ab, dass die Rechnung schnell bezahlt wird.

Auch der Zeitpunkt ist verschieden. Ein Rabatt steht meist schon auf der Rechnung und mindert das Entgelt von Anfang an. Skonto entsteht erst später, im Moment der Zahlung innert der Skontofrist. Deshalb ist auf der Rechnung nur die Kondition vermerkt, der Abzug fällt aber erst an, wenn die Kundin tatsächlich rechtzeitig zahlt.

Dieser Unterschied wirkt sich auf die Mehrwertsteuer aus. Ein direkt auf der Rechnung abgezogener Rabatt reduziert das Entgelt sofort, es entsteht keine nachträgliche Korrektur. Skonto ist dagegen eine nachträgliche Entgeltsminderung nach Art. 41 MWSTG und muss in Ziffer 235 der Abrechnung korrigiert werden. Wirtschaftlich gesehen ist Skonto also eine besondere Form des Nachlasses, die an eine Bedingung geknüpft ist: die schnelle Zahlung.

Skonto gewähren oder Skonto ziehen

Skonto begegnet dir aus zwei Richtungen, und beide willst du im Griff haben. Auf deinen eigenen Rechnungen gewährst du Kundinnen Skonto, das nennt man Kundenskonto. Es kostet dich einen Teil deines Ertrags, bringt dir aber schnelleres Geld.

Auf Lieferantenrechnungen ziehst du selbst Skonto, das ist der Lieferantenskonto. Hier senkst du deinen Aufwand. Weil der Vorteil so gross ist, lohnt es sich, offene Lieferantenrechnungen im Blick zu behalten und die Skontofrist nicht verstreichen zu lassen. Ein verpasster Skonto ist verschenktes Geld.

Skonto berechnen

Der Skontobetrag ergibt sich aus dem Rechnungsbetrag inklusive Mehrwertsteuer, multipliziert mit dem Skontosatz. Bei einer Rechnung über 1 081 Franken (1 000 Franken plus 8,1 Prozent MWST) und 2 Prozent Skonto sind das 21.62 Franken. Die Kundin überweist also 1 059.38 Franken.

Wichtig ist, dass der Skonto den ganzen Betrag inklusive Steuer betrifft. Deshalb mindert sich nicht nur der Nettoumsatz, sondern anteilig auch die Mehrwertsteuer. Genau das ist der Grund, warum Skonto mehrwertsteuerlich korrigiert werden muss.

In der Praxis rechnest du diesen Abzug selten von Hand. Trotzdem hilft es, die Aufteilung zu verstehen, damit die Zahlen in der Buchhaltung und in der MWST-Abrechnung nachvollziehbar bleiben. Der Skontobetrag ist immer der Rechnungsbetrag brutto, multipliziert mit dem Skontosatz.

Skonto und die Mehrwertsteuer

Weil die Kundin weniger bezahlt als verrechnet, sinkt das Entgelt. Mehrwertsteuerlich ist ein gewährter Skonto damit eine Entgeltsminderung nach Art. 41 MWSTG. Der Verkäufer korrigiert die geschuldete Umsatzsteuer nach unten, der Käufer korrigiert seinen Vorsteuerabzug im gleichen Umfang.

In der MWST-Abrechnung deklarierst du den Skonto als Entgeltsminderung unter Ziffer 235. Massgebend ist der Zeitpunkt, in dem die Zahlung mit Abzug eingeht. So schuldest du am Ende nur die Mehrwertsteuer auf dem Betrag, den du tatsächlich erhalten hast.

Skonto-Berechnung an einem Beispiel: Rechnung über 1000 Franken plus 8,1 Prozent Mehrwertsteuer ergibt 1081 Franken. Bei 2 Prozent Skonto zieht die Kundin 21.62 Franken ab und bezahlt 1059.38 Franken. Netto sinkt das Entgelt um 20 Franken, die Mehrwertsteuer um 1.62 Franken.

Warum sich Skonto fast immer lohnt

Der grösste Denkfehler ist, Skonto als kleinen Rabatt abzutun. Rechnet man ihn auf ein Jahr hoch, zeigt sich der wahre Wert. Bei «2 Prozent, 10 Tage, 30 netto» verzichtest du auf 20 Tage Zahlungsziel, um 2 Prozent zu sparen.

Auf ein Jahr mit 360 Tagen hochgerechnet entspricht das einem Zins von rund 36 Prozent (2 Prozent geteilt durch 20 Tage, mal 360 Tage). Kaum ein Kredit ist so teuer. Solange du das Geld günstiger beschaffen kannst als zu diesem Satz, ist es fast immer richtig, den Skonto zu ziehen.

Eine Ausnahme gibt es: Wenn du selbst knapp bei Kasse bist und für die frühe Zahlung einen teuren Überzug in Kauf nehmen müsstest, kann es günstiger sein, auf den Skonto zu verzichten und erst am Ende der Nettofrist zu zahlen. Die Rechnung lohnt sich also nur, wenn die frühe Zahlung dich weniger kostet als der Skonto einbringt. In der Praxis ist dieser Fall aber selten, weil die Skontorendite fast jeden Zins übersteigt.

Skonto als effektiver Jahreszins: Bei 2 Prozent Skonto und 20 Tagen früherer Zahlung entspricht der Verzicht auf den Skonto einem Jahreszins von rund 36 Prozent. Weitere Beispiele zeigen, dass schon kleine Skontosätze auf das Jahr hochgerechnet sehr hohe Zinssätze ergeben.

Skonto in MILKEE

In MILKEE hinterlegst du Skonto direkt bei der Zahlung. Zieht eine Kundin bei einer deiner Rechnungen Skonto ab, erfasst du den Abzug, und MILKEE rechnet die Entgeltsminderung inklusive der korrigierten Mehrwertsteuer automatisch heraus.

So landet der Skonto an der richtigen Stelle deiner MWST-Abrechnung, und dein Umsatz stimmt am Jahresende mit dem überein, was tatsächlich eingegangen ist. Auch bei Lieferantenrechnungen, bei denen du selbst Skonto ziehst, bleibt die Vorsteuer korrekt.

🖼️ Bild-Platzhalter: MILKEE-Screenshot, in dem bei einer Rechnung eine Zahlung mit Skontoabzug erfasst wird und die Entgeltsminderung mit korrigierter MWST sichtbar ist. Echter Dashboard-Ausschnitt, hell, sauber zugeschnitten.

Fazit

Skonto ist ein Preisnachlass für schnelle Zahlung, meist rund 2 Prozent bei Zahlung innert weniger Tage. Für den Verkäufer beschleunigt er den Zahlungseingang, für den Käufer ist er eine der günstigsten Sparmöglichkeiten überhaupt.

Mehrwertsteuerlich ist Skonto eine Entgeltsminderung nach Art. 41 MWSTG und gehört in Ziffer 235 der Abrechnung. Wer Skonto konsequent nutzt und sauber verbucht, spart bares Geld und rechnet die Mehrwertsteuer korrekt ab.

Häufige Fragen