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Materialaufwand

von Nicolas Haemmerli · 17.08.2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Materialaufwand ist der direkte Aufwand für Material, Handelswaren und bezogene Dienstleistungen, der unmittelbar in einen Auftrag oder ein Produkt fliesst.

  • Im Schweizer KMU-Kontenplan steht er in der Kontengruppe 4, der ersten der drei Aufwandsklassen.

  • Die entscheidende Abgrenzung: Was direkt zu einem Auftrag gehört, ist Materialaufwand. Allgemeine Betriebskosten sind übriger Betriebsaufwand (Klasse 6).

  • Wie jeder Aufwand mindert der Materialaufwand deinen Gewinn und wird im Soll gebucht.

Die Farbe für ein Malerprojekt, die Ware im Laden, das Material für dein Produkt: All das ist Materialaufwand. Gemeint ist der Aufwand, der direkt in einen Auftrag fliesst. Hier erfährst du kurz, was dazugehört und wie du ihn vom übrigen Betriebsaufwand abgrenzt.

Der Materialaufwand ist der direkte Aufwand, der unmittelbar in deine Aufträge oder Produkte fliesst. Anders als die allgemeinen Betriebskosten lässt er sich einem konkreten Auftrag zuordnen: das Material, das du verbaust, die Ware, die du weiterverkaufst, die Leistung, die du dafür einkaufst.

Was ist der Materialaufwand?

Materialaufwand entsteht überall dort, wo du für einen konkreten Auftrag etwas einkaufst. Er ist der erste und oft grösste Teil des Aufwands, weil er direkt mit deiner Leistung zusammenhängt. Je mehr du produzierst oder verkaufst, desto höher fällt in der Regel dein Materialaufwand aus.

Im Schweizer KMU-Kontenplan findest du ihn in der Kontengruppe 4. Er bildet dort die erste der drei Aufwandsklassen, gefolgt vom Personalaufwand (5) und dem übrigen Betriebsaufwand (6).

Was gehört dazu?

Die Kontengruppe 4 fasst mehrere Arten von direktem Aufwand zusammen:

  • Materialaufwand: Rohstoffe und Material, die du für deine Produkte verbrauchst (Konto 4000).

  • Handelswarenaufwand: der Einkauf von Ware, die du weiterverkaufst (Konto 4200).

  • Aufwand für bezogene Dienstleistungen: Arbeiten, die du für einen Auftrag zukaufst (Konto 4400).

  • Energieaufwand zur Leistungserstellung: Energie, die direkt in die Produktion fliesst (Konto 4500).

  • Aufwandminderungen: Rabatte und Skonti auf deinen Einkäufen (Konto 4900).

Was zum Materialaufwand gehört: Materialaufwand, Handelswarenaufwand, bezogene Dienstleistungen, Energie zur Leistungserstellung und Aufwandminderungen mit den Konten der Gruppe 4

Materialaufwand oder übriger Betriebsaufwand?

Das ist die häufigste Frage in der Praxis, und die Antwort ist eine einfache Faustregel: Fliesst eine Ausgabe direkt in einen konkreten Auftrag, ist es Materialaufwand. Fällt sie unabhängig vom einzelnen Auftrag an, gehört sie zum übrigen Betriebsaufwand.

Ein Beispiel: Kaufst du als Malerin Farbe für ein bestimmtes Haus, ist das Materialaufwand. Die Miete deines Lagers oder deine Betriebshaftpflicht fallen dagegen an, egal welchen Auftrag du gerade hast, das ist übriger Betriebsaufwand. Diese saubere Trennung hilft dir zu sehen, wie viel dich deine Aufträge direkt kosten und wie hoch deine Marge wirklich ist.

Materialaufwand in MILKEE

Du musst die 4000er-Konten nicht auswendig lernen. Mit einer Buchhaltungssoftware für die Schweiz wie MILKEE erfasst du deinen Einkaufsbeleg und ordnest ihn dem Materialaufwand zu. So siehst du jederzeit, wie viel Material und Ware dich deine Aufträge kosten.

Fazit

Der Materialaufwand ist der direkte Aufwand für Material, Ware und bezogene Leistungen und steht im KMU-Kontenplan in der Kontengruppe 4. Die wichtigste Abgrenzung: Was direkt in einen Auftrag fliesst, ist Materialaufwand, alles Allgemeine ist übriger Betriebsaufwand. Wer beides sauber trennt, erkennt genau, was seine Aufträge kosten.

Häufige Fragen