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Soll und Haben

von Nicolas Haemmerli · 26.07.2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Soll und Haben sind die linke und die rechte Seite eines Kontos. Soll ist immer links, Haben immer rechts. Mit «schulden» oder «besitzen» hat das nichts zu tun.

  • Ob eine Buchung im Soll einen Wert erhöht oder senkt, hängt von der Kontoart ab.

  • Der wichtigste Merksatz: Aktiven und Aufwände wachsen im Soll, Passiven und Erträge im Haben.

  • Bei der doppelten Buchhaltung werden bei jeder Buchung zwei Konten angegeben. Die beiden Konten stehen dabei entweder im Soll oder im Haben.

Soll und Haben sind die beiden Seiten jedes Kontos in der doppelten Buchhaltung. Sie klingen nach «schulden» und «besitzen», meinen aber schlicht links und rechts. Hier erfährst du, was Soll und Haben wirklich bedeuten, auf welcher Seite ein Konto zu- oder abnimmt und wie du dir das ein für alle Mal merkst.

Soll und Haben sind die beiden Seiten, die jedes Konto in der doppelten Buchhaltung hat. Soll steht links, Haben steht rechts. Jeder Geschäftsfall wird auf zwei Konten gebucht, einmal im Soll und einmal im Haben, und genau dieses Zusammenspiel hält deine Buchhaltung im Gleichgewicht.

Was bedeuten Soll und Haben?

Die grösste Hürde zuerst: Soll und Haben haben nichts mit «schulden» und «besitzen» zu tun, auch wenn die Wörter danach klingen. Es sind reine Ortsbezeichnungen. Soll ist die linke Seite eines Kontos, Haben die rechte. Mehr steckt zunächst nicht dahinter.

Die Begriffe stammen aus der frühen Buchhaltung, als man in einem Kontobuch für jede Kundin und Lieferantin festhielt, was sie leisten «soll» und was sie zugute «hat». Heute sind das nur noch feste Fachbegriffe für links und rechts. Wer sie so liest, erspart sich viel Verwirrung.

Buchen heisst immer, einen Betrag auf einer Seite eines Kontos einzutragen. «Etwas ins Soll buchen» bedeutet also nur: den Betrag links eintragen. «Ins Haben buchen» heisst: rechts eintragen. Ob das ein Zugang oder ein Abgang ist, entscheidet erst die Art des Kontos.

T-Konto mit Soll und Haben: Die linke Seite ist das Soll, die rechte Seite das Haben, oben steht der Kontoname

Soll und Haben je nach Kontoart

Ob eine Buchung im Soll einen Wert erhöht oder senkt, hängt davon ab, um welche Art von Konto es sich handelt. Die Bilanz teilt sich nach Art. 959 OR in Aktiven und Passiven, dazu kommen in der Erfolgsrechnung die Aufwand- und Ertragskonten. Für jede dieser vier Arten gilt eine feste Regel.

Aktivkonten stehen für dein Vermögen, etwa Bank, Kasse oder Forderungen. Sie nehmen im Soll zu und im Haben ab. Passivkonten stehen für deine Schulden und dein Eigenkapital, etwa Verbindlichkeiten oder Darlehen. Bei ihnen ist es umgekehrt: Sie nehmen im Haben zu und im Soll ab.

In der Erfolgsrechnung gilt dasselbe Muster. Aufwandkonten, also deine Kosten, nehmen im Soll zu. Ertragskonten, also deine Einnahmen, nehmen im Haben zu. So landet jeder Aufwand automatisch links und jeder Ertrag rechts.

Soll und Haben nach Kontoart: Aktiven und Aufwand nehmen im Soll zu, Passiven und Ertrag im Haben

Das T-Konto

Um Soll und Haben sichtbar zu machen, zeichnet man ein Konto oft als grosses T. Der Kontoname steht oben, der senkrechte Strich trennt die linke Seite (Soll) von der rechten (Haben). Diese Darstellung nennt man T-Konto und sie eignet sich hervorragend, um einen Geschäftsfall schnell zu skizzieren.

Am Ende einer Periode werden beide Seiten eines Kontos zusammengezählt. Die Differenz zwischen Soll und Haben ist der Saldo. Er zeigt, was von dem Konto übrig bleibt, und wandert bei Bilanzkonten in die Bilanz, bei Erfolgskonten in die Erfolgsrechnung.

Beispiel: eine Kundenzahlung

Nehmen wir an, eine Kundin bezahlt eine offene Rechnung über 2400 Franken auf dein Bankkonto. Betroffen sind zwei Aktivkonten: die Bank und die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, also deine Debitoren.

Dein Bankguthaben nimmt um 2400 Franken zu. Weil die Bank ein Aktivkonto ist, buchst du den Zugang im Soll. Gleichzeitig sinkt deine Forderung um 2400 Franken, denn die Kundin schuldet dir das Geld nicht mehr. Diese Abnahme eines Aktivkontos buchst du im Haben.

Der vollständige Buchungssatz lautet «Bank an Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2400». Er zeigt schön, dass Soll und Haben nicht gut oder schlecht bedeuten, sondern nur die Richtung der Bewegung auf dem jeweiligen Konto.

Soll und Haben in MILKEE

In MILKEE musst du dir über Soll und Haben in der Regel keine Gedanken machen. Wenn du eine Rechnung stellst, einen Beleg erfasst oder eine Zahlung abgleichst, ordnet MILKEE die Beträge automatisch der richtigen Seite des richtigen Kontos zu.

Wer die Buchhaltung verstehen will, sieht zu jeder Buchung trotzdem, welches Konto im Soll und welches im Haben steht. So lernst du Soll und Haben nebenbei, ohne bei jedem Geschäftsfall selbst überlegen zu müssen, auf welche Seite der Betrag gehört.

Soll und Haben erklärt

Fazit

Soll und Haben sind nichts weiter als links und rechts auf einem Konto. Der Schlüssel ist die Kontoart: Aktiven und Aufwände nehmen im Soll zu, Passiven und Erträge im Haben. Wer sich diesen einen Merksatz einprägt, versteht jede Buchung.

Weil jeder Geschäftsfall denselben Betrag einmal ins Soll und einmal ins Haben bringt, bleibt die Buchhaltung immer im Gleichgewicht. Im Alltag übernimmt MILKEE die Zuordnung für dich, damit du dich nicht mit Soll und Haben herumschlagen musst.

Häufige Fragen