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Transitorische Passiven

von Nicolas Haemmerli · 29.07.2026
Das Wichtigste in Kürze
  • Transitorische Passiven sind eine Bilanzposition für Beträge, die zeitlich noch ins alte Geschäftsjahr gehören. Der Fachbegriff dafür ist passive Rechnungsabgrenzung.

  • Es gibt zwei Fälle: noch nicht bezahlter Aufwand (du schuldest noch) und im Voraus erhaltener Ertrag (du hast schon Geld erhalten). Beide betreffen das alte Jahr.

  • Sie stehen im kurzfristigen Fremdkapital auf der Passivseite der Bilanz, üblicherweise im Konto 2300. Gebildet werden sie am Jahresende und zu Beginn des neuen Jahres wieder aufgelöst.

  • Grundlage ist die zeitliche Abgrenzung nach Art. 958b OR. Das Gegenstück auf der Aktivseite sind die transitorischen Aktiven.

Wenn ein Aufwand ins alte Jahr gehört, die Rechnung aber erst im neuen kommt, darf das alte Jahr nicht ungeschoren davonkommen. Genau dafür gibt es die transitorischen Passiven. Hier erfährst du, was sie sind, welche zwei Fälle es gibt und wo sie in der Bilanz stehen.

Transitorische Passiven sind eine Position in der Bilanz, mit der du Beträge im richtigen Geschäftsjahr behältst. Sie kommen zum Zug, wenn ein Aufwand ins alte Jahr gehört, aber erst später bezahlt wird, oder wenn du Geld schon erhalten hast, die Leistung aber erst später erbringst. Der offizielle Begriff dafür ist passive Rechnungsabgrenzung.

Was sind transitorische Passiven?

Das Wort «transitorisch» kommt vom lateinischen «transire», also hinübergehen. Ein Betrag geht dabei zeitlich von einer Periode in die andere. Transitorische Passiven sind ein Zwischenspeicher in der Bilanz für Beträge, die noch ins alte Jahr gehören, deren Zahlung aber in einer anderen Periode liegt.

Nötig sind sie, weil in der Buchhaltung nicht der Zahlungszeitpunkt zählt, sondern der Zeitraum, zu dem ein Aufwand oder Ertrag gehört. Wie dieses Prinzip funktioniert, liest du bei der Periodengerechtigkeit. Die transitorischen Passiven sind das Werkzeug, mit dem du diese Regel am Jahresende auf der Passivseite umsetzt.

Die zwei Fälle

Eine transitorische Passive entsteht in zwei Situationen. Im ersten Fall hast du einen Aufwand noch nicht bezahlt: Die Leistung gehört bereits ins alte Jahr, die Rechnung oder Zahlung folgt aber erst im neuen. Typische Beispiele sind die Stromrechnung für den Dezember, ausstehende Löhne oder Zinsen, die erst im neuen Jahr fällig werden.

Im zweiten Fall hast du einen Ertrag im Voraus erhalten: Das Geld ist schon da, die Leistung erbringst du aber erst im neuen Jahr. Ein Beispiel ist eine Anzahlung, die du im Dezember für einen Auftrag im Januar bekommst. In beiden Fällen darf das alte Jahr den Betrag noch nicht als erledigt behandeln.

Die zwei Fälle transitorischer Passiven: noch nicht bezahlter Aufwand und im Voraus erhaltener Ertrag

Wo in der Bilanz stehen sie?

Transitorische Passiven stehen auf der Passivseite der Bilanz, im kurzfristigen Fremdkapital. Im KMU-Kontenplan werden sie üblicherweise im Konto 2300 «Passive Rechnungsabgrenzung» geführt. Dass sie zu den Passiven zählen, ergibt Sinn: Sie stehen für eine Verpflichtung, entweder als noch zu zahlender Aufwand oder als noch zu erbringende Leistung.

Transitorische Passiven in der Bilanz: Sie stehen auf der Passivseite im kurzfristigen Fremdkapital, Konto 2300, das Gegenstück sind die transitorischen Aktiven auf der Aktivseite

Wie bei den Aktiven zählt der zeitliche Ablauf. Eine transitorische Passive wird am Ende des Geschäftsjahres gebildet und zu Beginn des neuen Jahres wieder aufgelöst. Nach der Auflösung wird die Zahlung im neuen Jahr normal verbucht, und das Abgrenzungskonto ist wieder ausgeglichen.

Transitorische Passiven oder Aktiven?

Das Gegenstück zu den transitorischen Passiven sind die transitorischen Aktiven. Der Unterschied liegt in der Richtung: Bei den Passiven schuldest du noch einen Aufwand oder hast bereits Geld für eine spätere Leistung erhalten. Bei den Aktiven bist du in Vorleistung getreten, hast also schon bezahlt oder dir steht noch Geld zu.

Beide sind die zwei Seiten derselben Abgrenzung am Jahresende. Als Merkhilfe: Passive Abgrenzung heisst «noch geschuldet oder schon erhalten», aktive Abgrenzung heisst «schon bezahlt oder steht mir noch zu».

Beispiel: die Dezember-Stromrechnung

Du verbrauchst im Dezember 2025 Strom für 300 Franken, die Rechnung deines Anbieters trifft aber erst im Januar 2026 ein. Ohne Abgrenzung würde dieser Aufwand erst das Jahr 2026 belasten, obwohl der Strom im Jahr 2025 verbraucht wurde.

Darum buchst du die 300 Franken im Abschluss 2025 als transitorische Passive. Der Aufwand belastet damit korrekt das Jahr 2025 und steht als Verpflichtung in der Bilanz. Trifft die Rechnung im Januar 2026 ein, löst du die Abgrenzung auf und bezahlst sie, ohne dass der Aufwand ein zweites Mal anfällt.

Transitorische Passiven in MILKEE

Wie die Aktiven tauchen auch die transitorischen Passiven vor allem beim Jahresabschluss auf. Führst du deine Buchhaltung in MILKEE, erfasst du solche Abgrenzungen als Buchung auf das Konto 2300 und behältst den Überblick, welche Beträge noch ins alte Jahr gehören.

Damit du beim Abschluss an alle transitorischen Posten denkst, hilft dir unsere Vorlage für den Jahresabschluss einer Einzelfirma.

Fazit

Transitorische Passiven sind die passive Rechnungsabgrenzung: eine Bilanzposition für noch nicht bezahlten Aufwand oder im Voraus erhaltenen Ertrag, der ins alte Jahr gehört. Sie stehen auf der Passivseite im kurzfristigen Fremdkapital, üblicherweise im Konto 2300.

Gebildet am Jahresende, aufgelöst zu Beginn des neuen Jahres, sorgen sie dafür, dass dein Ergebnis nicht durch periodenfremde Beträge geschönt wird. Zusammen mit den transitorischen Aktiven bilden sie das Werkzeug für eine saubere zeitliche Abgrenzung.

Häufige Fragen