
8 Fehler in der Rechnungsstellung – und wie du sie vermeidest!
Rechnungsstellung gehört zum Alltag von Selbständigen und Unternehmen. Doch es gibt einige Fehler, die dich nicht nur Zeit, sondern im …
Wenn du Selbständig bist oder eine Firma hast, wirst du früher oder später mit dem Thema Abschreibungen konfrontiert. Ich weiss noch gut, wie mich das am Anfang verwirrt hat. In diesem Artikel will ich dir deshalb all meine Learnings der letzten 6 Jahre zum Thema Abschreibungen mit auf den Weg geben. Wir schauen uns an, was Abschreibungen sind, wie du sie verbuchst und warum man das überhaupt macht. Let’s go!
Abschreibungen beschreiben die Wertminderung von Vermögenswerten deiner Firma.
Wenn du beispielsweise eine Fotografin bist und dir eine neue Kamera für 2’000.- CHF kaufst, wirst du diese ja über mehrere Jahre nutzen. Deshalb wäre es speziell, wenn du die gesamten 2’000.- CHF in einem Jahr als Ausgabe erfassen würdest.
Stattdessen findet jedes Jahr eine Wertminderung statt. Und diese Wertminderung kann man in der Buchhaltung eben mittels Abschreibungen abbilden.
In unserem Beispiel mit der Kamera solltest du also über 5 Jahre hinweg jedes Jahr eine Ausgabe von 400 (20% auf den Anschaffungswert) Franken verbuchen. Wie ich genau auf diese Zahlen komme, erkläre ich dir gleich.
Die Eidgenössische Steuerverwaltung hat hierfür das sogenannte Merkblatt A 1995 – Geschäftliche Betriebe erstellt. Darin findest du alle Abschreibungskategorien und die Abschreibungssätze in Prozent aufgelistet. Hier einige Beispiele:
Kategorie | Beschreibung | Abschreibungssatz |
Datenverarbeitungsanlagen (Hardware und Software) | Kamera, Laptop, Displays, Smartphones usw. | 40% |
Motorfahrzeuge aller Art | Autos, Transporter usw. | 40% |
Geschäftsmobiliar, Werkstatt- und Lagereinrichtungen mit Mobiliarcharakter. | Deine ganze Einrichtung für dein Büro, falls du eins hast | 25% |
In dem genannten Merkblatt gibt es noch zahlreiche weitere Kategorien, jedoch sind dies wohl die häufigsten.
Vielleicht fragst du dich jetzt, warum ich im Beispiel mit der Kamera 20% verwendet habe, obwohl in der Tabelle 40% stehen? Das klären wir im nächsten Abschnitt «Abschreibung Degressiv oder Linear».
In dem Merkblatt mit den Abschreibungssätzen gibt es ganz unten eine kleine Fussnote:
Für Abschreibungen auf dem Anschaffungswert sind die genannten Sätze um die Hälfte zu reduzieren
Merkblatt A 1995 – Geschäftliche Betriebe. Stand: 23.06.2024
Grundsätzlich hast du nämlich zwei Optionen, deine Abschreibungen zu tätigen: Degressiv oder Linear. Der wesentliche Unterschied liegt im bestimmen des Restwertes eines Anlageguts.
Bei einer linearen Abschreibungen schreibst du jedes Jahr genau den gleichen Betrag ab. Also bei einer Kamera für 2’000.- CHF eben jedes Jahr 20%.
Bei einer degressiven Abschreibung schreibst du jedes auf den Vorjahreswert ab. Also bei der Kamera von 2’000.- CHF wären es im Jahr 1 800.- CHF (40% von 2’000.- CHF). Das ergibt dann für das Jahr 1 einen Restwert von 1’200.- CHF. Im Jahr 2 schreibst du dann 40% des Vorjahreswertes ab. Also 40% von 1’200.- CHF, was 480.- CHF. Im Jahr 2 hast du dann also einen Restwert von 720 Franken. Im Jahr 3 schreibst du dann wieder 40% von 720 Franken ab usw., bis du bei 1.- Franken angekommen bist.
Falls dir das jetzt alles noch ein wenig zu kompliziert war, keine Sorge. Ich mach nachher noch einige Beispiele, die das alles verdeutlichen werden.
Vielleicht fragst du dich jetzt, kommt’s denn drauf an, ob ich linear oder degressiv abschreibe?
Die Antwort ist jaein.
In den meisten Fällen kommt’s nicht so drauf an. Wenn du aber beispielsweise erst gerade mit deiner Selbständigkeit angefangen hast, kannst du hier deine AHV-Beiträge noch um ein Jahr herauszögern. Wie ich im Artikel AHV bei Selbständigen beschrieben habe, musst du dich nämlich erst ab einem Jahresgewinn von 2’300.- CHF bei der AHV als selbständigerwerbend anmelden.
Da du bei einer degressiven Abschreibung im ersten Jahr einen höheren Betrag als Ausgabe erfassen darfst als bei der linearen Abschreibung, kannst du deine AHV-Anmeldung so eventuell um ein Jahr herauszögern und sparst dir den Mindestbeitrag.
Dies ist natürlich nur empfehlenswert, wenn du noch einen Job hast, mit dem du in die AHV einzahlst. Ansonsten entstehen Beitragslücken und du bekommst dann in der Rente weniger Geld ausbezahlt.
Aber: in den meisten Fällen kommt das eben nicht so drauf an. Ich wähle meistens die lineare Abschreibung, da es schönere Zahlen ergibt.
So, nun will ich noch einige Beispiele für Abschreibungen erstellen.
Ich schreibe hier ein Macbook Pro degressiv ab, den ich 2024 für 3000 Franken gekauft habe. Der Abschreibungssatz beträgt hierbei 40%.
Jahr | Abschreibungsbetrag | Restwert |
2024 | 1200.- CHF | 1800.- CHF |
2025 | 720.- CHF | 1080.- CHF |
2026 | 432.- CHF | 648.- CHF |
2027 | 259.20 CHF | 388.80 CHF |
2028 | 155.52 CHF | 233.28 CHF |
Wie du siehst, habe ich im Jahr 2028 die letzte Abschreibungsbuchung getätigt. Du kannst die Abschreibung jedoch so lange weiterführen, bis der Restwert ≈1.- CHF beträgt.
Bei einer degressiven Abschreibung musst du irgendwann einen Cut machen, da es theoretisch endlos weitergeht. Normalerweise macht man das eben bei einem Restwert von ca. einem Franken. Ich hab’s hier schon ein wenig früher gemacht, da die Tabelle sonst ewig lang geworden wäre.
Ich schreibe hier ein Macbook Pro degressiv ab, den ich 2024 für 3000 Franken gekauft habe. Der Abschreibungssatz beträgt hierbei 20%, da es sich um eine Abschreibung auf den Anschaffungswert handelt und hierbei der Abschreibungssatz zu halbieren ist.
Jahr | Abschreibungsbetrag | Restwert |
2024 | 600.- CHF | 2400.- CHF |
2025 | 600.- CHF | 1800.- CHF |
2026 | 600.- CHF | 1200.- CHF |
2027 | 600.- CHF | 600.- CHF |
2028 | 600.- CHF | 0.- CHF |
Im Gegensatz zur degressiven Abschreibung hab ich hier bis auf 0.- CHF abgeschrieben. Denn bei einer linearen Abschreibung ist das sehr einfach möglich, da immer der gleiche Betrag abgeschrieben wird. Grundsätzlich könnte man hier noch einen Restwert von 1.- CHF eintragen, damit der Laptop auf deiner Bilanz nach wie vor unter den Vermögenswerten aufgelistet wird.
Klären wir nun noch eine wichtige Frage: ab welchem Betrag ist es denn eine Abschreibung und wann ist es einfach eine Ausgabe?
Leider konnte ich hierzu keine absolute Wahrheit finden. Jedoch hab ich mit verschiedenen Treuhänder:innen geredet und alle waren sich über folgende Faustregel einig: Ab 1000.- Franken ist es eine Abschreibung.
Es kommt aber auch auf die Art der Ausgabe drauf an. Ich hab auch schon 3000.- Franken für Facebook Ads bezahlt. Ist das eine Abschreibung? Nein. Denn solche Wertminderungen finden eben nur bei Vermögenswerten statt. Und Facebook Ads sind definitiv kein Vermögenswert.
Wenn du dir unsicher bist, kannst du gerne das Merkblatt A 1995 – Geschäftliche Betriebe der Eidgenössischen Steuerverwaltung zur Hand nehmen. Da bekommst du ein gutes Gefühl dafür, was denn nun ein Vermögenswert ist und was nicht.
Im Zweifelsfall würde ich dir hier aber raten, das nochmals mit einer Expertin zu klären.
Wenn du eine einfache Buchhaltung führst, kannst du deine Abschreibungen jedes Jahr einfach als Ausgabe erfassen. Du musst dann einfach irgendwie den Überblick behalten, welche Vermögenswerte du aktuell hast, da das in deinem Jahresabschluss irgendwie angeben musst (inkl. Restwert der jeweiligen Anlagegüter).
Wenn du MILKEE verwendest (eine Buchhaltungssoftware für Selbständige in der Schweiz), kannst du das ganz einfach unter «Abschreibungen» erfassen. Wichtig zu wissen: mit MILKEE führst du auch eine vereinfachte Buchhaltung (keine doppelte). Trotzdem kannst du deine Abschreibungen mit MILKEE genauestens erfassen und behältst den Überblick.
Gehe dazu einfach im Menü auf der linken Seite auf «Abschreibungen» und klicke anschliessend oben rechts auf «+ Hinzufügen».
Anschliessend kannst du den Namen des Anlagegutes eingeben (z.B. Kamera), angeben, wann du das Objekt für welchen Betrag gekauft hast und dann auf weiter klicken.
Dann musst du noch gewisse Infos über die Abschreibung eintragen:
Du kannst also zuerst auswählen, ob die Abschreibung linear oder degressiv stattfinden soll. Anschliessend wählst du noch den gewünschten Abschreibungssatz aus und definierst, in welche Abschreibungskategorie (Anlagekonto) das Objekt fällt.
Zu guter letzt klickst du auf «Speichern» und MILKEE erstellt automatisch alle Buchungen für diese Abschreibung:
Auch auf dem Jahresabschluss hast du anschliessend eine entsprechende Abschreibungstabelle. Hier ein Beispiel der vorigen Abschreibung im Jahr 2025:
Dies erleichtert dir die Arbeit enorm, da du dich so nicht mehr um deine Abschreibungen kümmern musst. Besonders, wenn du das Hilfsblatt A für Selbständigerwerbende ausfüllen musst.
Denn im Hilfsblatt A für Selbständigerwerbende gibt es auf der 1. Seite einen entsprechenden Abschnitt:
Wie dir vielleicht auffällt, kannst du nun die Abschreibungstabelle vom Jahresabschluss ganz einfach auf dieses Hilfsblatt übertragen. Das spart dir unendlich viel Zeit. Denn sonst müsstest du deinen Jahresabschluss vom Vorjahr herauskramen und alles selber ausrechnen.
Ist zwar möglich, besonders am Anfang, aber irgendwann unterstützt da eine Buchhaltungssoftware schon sehr 😉
Letztendlich ist das Thema Abschreibungen also gar nicht mal so schwer zu verstehen. Es ist nur ein Hilfsmittel, um die Vermögenswerte deiner Firma korrekt darzustellen. Wenn du deine Buchhaltung mit Excel machst, kann das mit der Zeit ein wenig kompliziert werden. Wenn du da eine moderne und einfach zu bedienende Buchhaltungssoftware hast, macht dir das das Leben um einiges einfacher.
Falls du Selbständig bist, würd’s mich freuen, wenn du MILKEE mal ausprobierst. Ich hab MILKEE 2022 entwickelt, weil mit selber eine unkomplizierte Buchhaltungssoftware für mich als Selbständigen gefehlt hat. Mittlerweile nutzen über 350 Selbständige MILKEE für ihre Buchhaltung, Rechnungserstellung und Zeiterfassung.
Keine Fachperson, aber selber seit einigen Jahren selbständig unterwegs. Da mir ein gutes Tool für die Buchhaltung und das Rechnungswesen meiner Einzelfirma gefehlt hat, hab ich MILKEE gegründet.
MILKEE ist eine moderne Software für Selbständige aus der Schweiz. Du kannst damit deine Buchhaltung führen, deine Rechnungen & Offerten schreiben und sogar deine Zeiterfassung erledigen. Klingt nice? Probier’s mal aus!
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